Bilanznacht, Kleinanleger raten über Kursanstieg oder -rückgang, was macht der "große Bär"?
Letzte Nacht präsentierte Nvidia seinen Geschäftsbericht und lieferte eine Lehrbuch-typische Achterbahnfahrt ab —
Umsatz 96,2 Mrd. USD, eine Verdopplung im Jahresvergleich; Rechenzentrum 89 Mrd. USD, ein Anstieg um 117 %. Nachbörslich fiel die Aktie zunächst um 3 %, doch in der Telefonkonferenz sorgte die Aussage "Wachstum von 70 % im Geschäftsjahr 2028" für eine sofortige Erholung um 5 %.
Eine Umkehr von 7 Prozentpunkten, das ist doch aufregend, oder?
Aber das Spannendste letzte Nacht war nicht, wie sich der Aktienkurs entwickelte.
Sondern dass der "große Bär" Michael Burry etwas tat.
Am selben Tag des Geschäftsberichts legte Burry seine neuesten Positionen offen —
er setzt gleichzeitig auf Long- und Short-Positionen bei Nvidia.
Sie haben richtig gelesen: Er kaufte Call-Optionen auf NVDA mit Verfall im Dezember, Ausübungspreis im mittelhohen Bereich von 200 USD, wobei die Prämie nur 3,5 % bis 4 % seines Portfolios ausmacht. Gleichzeitig erhöhte er seine Short-Positionen bei Nvidia und setzte auf Short bei Oracle, Palantir, Nebius und Caterpillar. Die Short-Positionen im Aktienportfolio übersteigen bereits 21 %.
Was sagt Burry selbst dazu?
"Ich bin nicht hier, um hier Geld zu verdienen."
Das ist eine harte Aussage.
In einfachen Worten heißt das —
Er hält Nvidia für überbewertet, weiß aber, dass der Geschäftsbericht einen Short-Squeeze auslösen könnte. Der Kauf von Calls dient nicht dem Profit, sondern dem Überleben.
Das ist kein Widerspruch in der Meinung, das ist Risikomanagement.
Überlegen Sie mal: Steigt die Aktie nach dem Bericht stark, machen die Calls Gewinn und kompensieren die Verluste der Shorts; fällt sie stark, gewinnen die Shorts. So fürchtet man sich vor keiner Seite.
Kleinanleger raten über Kursanstieg oder -rückgang, Top-Spieler managen Risiken.
Warum ist Burry dann short bei Nvidia?
Er sagte es auf Substack ganz offen: "Oberflächlich betrachtet ist die Aktie stark unterbewertet – niedriges KGV, hohes Wachstum, Monopolrenten. Aber meine theoretische Bewertung liegt weit unter dem aktuellen Marktpreis."
Er glaubt, dass Nvidias "Monopolrenten" nicht nachhaltig sind und die Gewinnmargen sinken werden. Das Unternehmen verlagert den Fokus auf Capex und Expansion, "es wird nicht genug Rendite an die Aktionäre ausgeschüttet".
Er warnt sogar: Nvidia "investiert weiterhin am Blasengipfel", was in Zukunft "schockierende Gewinnrückgänge" verursachen könnte.
Auf der anderen Seite sagte Jensen Huang in der Telefonkonferenz einen ebenso nachdenklichen Satz —
"Die reale Nachfrage liegt weit über 70 %, aber das Angebot bestimmt, dass wir uns sicher sind, 70 % liefern zu können."
70 % sind nicht die Nachfragedecke, sondern die Kapazitätsgrenze.
Der eine sagt, die Nachfrage sei unbegrenzt, das Angebot die Obergrenze; der andere sagt, das Monopol sei nicht nachhaltig, die Gewinne stehen vor dem Einbruch.
Wer hat Recht? Unbekannt.
Aber eines ist sicher —
In der Bilanznacht raten Kleinanleger über Kursanstieg oder -rückgang, Burry hedgt Risiken.
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