8,9 Milliarden Umsatz, Gewinnsteigerung um das 135-Fache, Aktienkurs fällt um 47 % – ist der Investoren-Tag von SanDisk ein Rettungsanker oder ein weiterer Schlag?
Quartalsumsatz 8,965 Milliarden USD, ein Wachstum von 372 % im Jahresvergleich.
Bereinigter Gewinn je Aktie 39,25 USD, das 135-Fache von 0,29 USD vor einem Jahr.
Bruttomarge 84,6 %.
8 langfristige Verträge sichern zukünftige Mindestumsätze von 93,9 Milliarden USD.
14 Milliarden USD Aktienrückkaufprogramm.
Und dann?
Am Tag nach der Veröffentlichung des Geschäftsberichts fiel der Kurs intraday zeitweise um über 13 %.
Bis zum Handelsschluss am 10. August notierte SanDisk bei 1238 USD – ein Rückgang von 47 % gegenüber dem historischen Höchststand von 2354 USD im Juni.
Je besser die Ergebnisse, desto heftiger der Kursrückgang.
Kommen Ihnen diese Szenarien bekannt vor?
„Du hast doch gesagt, die AI-Speichernachfrage explodiert?“
„Du hast doch gesagt, NAND ist knapp?“
„Du hast doch gesagt, das Rechenzentrumsgeschäft wächst um 1298 % im Jahresvergleich?“
Der Markt sagt: Ich weiß. Aber es ist mir egal.
Wo liegt das Problem im Geschäftsbericht?
Erstens, die Qualität der Ergebnisse ist fragwürdig.
Das Management von SanDisk gibt selbst zu – von dem 51 % Umsatzanstieg im Quartal stammen nur ein Drittel aus erhöhten Liefermengen, die restlichen zwei Drittel resultieren ausschließlich aus gestiegenen NAND-Preisen.
Das heißt, das Wachstum wird nicht von der Nachfrage getragen, sondern von Preiserhöhungen.
Wie lange halten die Preiserhöhungen an? Laut TrendForce stiegen die NAND-Vertragspreise im Q2 um 70 % bis 75 % im Vergleich zum Vorquartal, im Q3 ist der Anstieg jedoch auf etwa 20 % stark zurückgegangen.
Wenn die Preiserhöhungen nachlassen, wer schwimmt dann nackt?
Zweitens, das Verbrauchergeschäft bricht ein.
Das Rechenzentrumsgeschäft ist tatsächlich stark – 2,977 Milliarden USD, über den Erwartungen. Aber das Verbrauchergeschäft liegt nur bei 556 Millionen USD, 36 % unter den Markterwartungen von 874 Millionen USD und 32 % unter dem Vorjahr.
Auf der einen Seite bestellen AI-Kunden massiv, auf der anderen Seite kaufen normale Verbraucher kaum noch.
Zwei Welten, ein Unternehmen.
„Und was ist mit den langfristigen Verträgen? Sind die 93,9 Milliarden USD Mindestumsätze nicht gesichert?“
Richtig. 8 NBM-Langzeitverträge decken über 50 % der Lieferungen im Geschäftsjahr 2027 und etwa zwei Drittel im Geschäftsjahr 2028 ab. Basierend auf Mindestpreisen könnten alle Langzeitverträge mindestens 93,9 Milliarden USD Umsatz bringen.
Aber wie reagiert der Markt?
Er fällt.
Warum?
Weil die Langzeitverträge die Menge, nicht den Preis sichern. Wenn die NAND-Preise nächstes Jahr halbiert werden, schrumpfen die tatsächlichen Gewinne trotz hoher Mindestumsätze stark.
Der Markt sorgt sich nie darum, ob SanDisk seine Ware verkaufen kann.
Der Markt sorgt sich, ob SanDisk die Ware zu diesem Preis verkaufen kann.
Das ist die Bedeutung des Investoren-Tags am 13. August.
CEO David Goeckeler und CFO Luis Visoso werden persönlich auftreten und in mehreren Stunden drei Dinge klarstellen:
Erstens, HBF High Bandwidth Flash – wann wird es endlich kommerzialisiert?
Am 4. August haben SanDisk und SK Hynix gemeinsam die weltweit erste HBF-Technologiespezifikation veröffentlicht. HBF ist eine neue Speicherschicht zwischen HBM und SSD mit einer maximalen Kapazität von 512 GB pro Chip. Das ist SanDisks stärkste Karte – wenn HBF zum Standard-Speicher für AI-Inferenz wird, kann SanDisk vom „NAND-Verkäufer“ zum Kernlieferanten der AI-Infrastruktur werden.
Zweitens, wie stabil sind die NAND-Preise wirklich?
SanDisk prognostizierte zuvor, dass der globale NAND-Markt 2026 über 300 Milliarden USD und 2027 fast 500 Milliarden USD erreichen wird. Doch die Preissteigerungen im Q3 haben sich stark verlangsamt. Das Management muss eine unangenehme Frage beantworten: Die Preiserhöhungen sind vorbei, wo liegt der nächste Wachstumstreiber?
Drittens, wie wird das 14-Milliarden-Rückkaufprogramm eingesetzt?
Ist es zur Kursstützung oder glaubt man wirklich, dass die Aktie unterbewertet ist?
Um ehrlich zu sein –
SanDisk befindet sich derzeit in einer sehr heiklen Lage.
Optimisten sagen: Die AI-Speichernachfrage hat gerade erst begonnen, HBF ist der nächste große Trend, die Langzeitverträge sichern vier Jahre Umsatz, und der Kursrückgang vom Höchststand ist eine Goldgrube.
Pessimisten sagen: Die Preiserhöhungen sind vorbei, das Verbrauchergeschäft bricht ein, der NAND-Zyklus hat seinen Wendepunkt erreicht, und der aktuelle Kurs ist immer noch zu hoch.
Beide Seiten haben ihre Argumente.
Aber der Markt akzeptiert nur eines: Ob das Management am Investoren-Tag die Bären zum Schweigen bringen kann.
Zum Schluss ein Denkanstoß –
Wenn Sie auf den Investoren-Tag warten, worauf warten Sie?
Nicht auf Kursbewegungen, sondern auf diese drei Signale:
Signal 1: Gibt es einen über den Erwartungen liegenden Zeitplan für die Kommerzialisierung von HBF? – Wenn das Management sagt „nächstes Jahr Massenproduktion“, ist das ein Mega-positives Signal. Wenn nur „wir erforschen noch“, wird der Kurs weiter fallen.
Signal 2: Wird die langfristige NAND-Preisprognose nach oben korrigiert? – Wenn das Management sagt „2027 bleiben die Preise stabil“, ist das ein Vertrauensbeweis. Wenn es vage bleibt, ist das ein Zeichen von Unsicherheit.
Signal 3: Gibt es neue Großkundenverträge? – Wenn das Management im Telefonat sagt „nach dem größten Kundenvertrag gab es weitere Nachfragen“ und am Investoren-Tag ein weiterer großer Name genannt wird, wird die Stimmung komplett drehen.
Diese drei Signale sind wichtiger als jede Kerze im Chart.
13. August, 9 Uhr Eastern Time.
Rettungsanker oder weiterer Schlag?
Dann wird sich zeigen.
$SNDK$SKHY$SAMSUNG#闪迪8月13日投资者日临近,财报分歧待解
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