Kongressferien, SEC sagt ab – US-Krypto-Regulierung stagniert auf zwei Ebenen
Anfang des Jahres rief die gesamte Branche: „2026 wird das Jahr der Regulierung.“
Der CLARITY Act wurde im Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit verabschiedet, der Bankenausschuss des Senats hat ihn problemlos freigegeben. SEC-Vorsitzender Atkins äußerte sich wiederholt, um der Kryptoindustrie grünes Licht zu geben. Institutionelle Gelder sind bereit, RWA-Projekte stehen in der Warteschlange, um auf die Blockchain zu kommen.
Und dann?
Dann passierte nichts mehr.
Zuerst zur Gesetzgebungslinie.
Der CLARITY Act – das erste parteiübergreifende einheitliche US-Krypto-Regulierungsgesetz – wurde im Repräsentantenhaus mit 294:134 Stimmen verabschiedet, im Bankenausschuss des Senats mit 15:9 freigegeben. Es fehlt nur noch die Abstimmung im gesamten Senat.
Was ist passiert? Vor der Augustpause gab es keine Abstimmung mehr.
Der Mehrheitsführer des Senats, Thune, bestätigte am 7. August: Die Abstimmung wird auf September verschoben. Die Demokraten weigern sich, dem schnellen Abstimmungsprozess zuzustimmen, die Parteien können sich in ethischen Fragen nicht einigen. Die Republikaner wollen es lockerer, die Demokraten fordern eine strenge Prüfung der Krypto-Bestände von Präsident und großen Akteuren. Wochenlanges Tauziehen ohne Kompromiss.
Noch schmerzhafter ist die Hürde: Für die Senatsabstimmung sind 60 Stimmen nötig, um die langwierige Debatte zu beenden. Die Republikaner haben nur 53 Sitze, es werden mindestens 7 Demokraten benötigt, die parteiübergreifend stimmen. TD Cowen-Analysten schätzen die Ausfallwahrscheinlichkeit auf 75 %.
Auf Polymarket ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz 2026 verabschiedet wird, von über 70 % Anfang des Jahres auf nur noch 17 % gefallen. Eine Wette über 5 Millionen US-Dollar verdampfte über Nacht.
Kurz gesagt: Kurz vor dem Ziel kam der Schwächeanfall.
Nun zur Regelungslinie.
Der Kongress ist unzuverlässig, die SEC sagt: Ich mache das selbst.
Am 11. August kündigte die SEC plötzlich an: Am Freitag, den 14. August, findet eine öffentliche Sitzung zur Abstimmung über den Vorschlag „Regulation Crypto“ statt. Dies ist die erste formelle Krypto-Regelsetzung unter SEC-Vorsitzendem Paul Atkins.
Der Rahmen ist klar – Start-up-Ausnahmen, Finanzierungs-Ausnahmen, Safe-Harbor für Anlageverträge. „Wir sagen dir, was die Regeln sind, wie man Ausnahmen bekommt, wie man in den Safe Harbor kommt“ – vom „Jagen und Strafen“ zum „Führen und Begleiten“.
Die ganze Branche wartet. Wartet auf Freitag. Wartet auf diese Regeln.
Und dann?
Am Abend des 14. August kündigte die SEC plötzlich an: Sitzung abgesagt.
Begründung: „Unvorhergesehene Terminprobleme“. Neuer Termin? Nicht bekanntgegeben.
Gleichzeitig wurde die „Innovations-Ausnahme“ für tokenisierte Wertpapiere – ursprünglich geplant, um Apple-, Tesla- und Nvidia-Aktientoken rund um die Uhr auf der Blockchain handelbar zu machen – ebenfalls verschoben.
Der Grund ist noch bizarrer: Das Weiße Haus fürchtet eine Beeinträchtigung der Kongressgesetzgebung, die Wall Street fürchtet Auswirkungen auf traditionelle Handelsregeln. Beide Seiten üben Druck aus, die SEC hält dem nicht stand.
Wie ist die Lage jetzt?
Gesetzgebungslinie: CLARITY Act wird auf den 15. September zur Verfahrensabstimmung verschoben. 60 Stimmen sind nötig, derzeit nicht erreicht. Die Wahrscheinlichkeit der Verabschiedung liegt nur noch bei 17 %.
Regelungslinie: Reg Crypto-Sitzung abgesagt, neuer Termin steht aus. Innovations-Ausnahme wurde zum zweiten Mal verschoben.
Beide Wege sind komplett blockiert.
Der Kongress macht Ferien, die SEC sagt ab.
Was bedeutet das für den Markt?
Erstens: Die Unsicherheit bleibt. Börsen wissen nicht, nach welchen Standards sie konform sein sollen, Projektteams wissen nicht, ob Token als Wertpapiere gelten, institutionelle Gelder trauen sich nicht, groß einzusteigen.
Zweitens: Altcoins leiden am meisten. Altcoins mit hohem Beta-Wert fallen in einem Umfeld regulatorischer Unsicherheit viel stärker als BTC.
Drittens: RWA- und Tokenisierungs-Narrative werden unterbrochen. Mit der Verschiebung der Innovations-Ausnahme verschieben sich alle Zeitpläne für On-Chain-Aktien und tokenisierte Assets.
Um ehrlich zu sein:
Wenn der CLARITY Act dieses Jahr nicht durchkommt, wird der nächste Kongress neu zusammengesetzt und alles beginnt von vorn.
Die SEC-Regeln sind zwar schnell, aber nur Verwaltungsvorschriften – der nächste Vorsitzende kann sie jederzeit kippen.
Gesetzgebung und Regeln, keine von beiden ist verlässlich.
Das größte Risiko für diese Branche war nie die Marktvolatilität.
Es sind die Leute in Washington, die endlich mal etwas Vernünftiges tun müssen.
$BTC$ETH$OKB#CLARITY表决待定,SEC规则未落地
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