Ich möchte diesen Text als eine rein disziplinorientierte Handelsanleitung verfassen, keine Signalempfehlung und kein technisches Analyse-Tutorial, sondern einige grundlegende Prinzipien, die ich in den letzten Jahren im B-Bereich durch eigene Erfahrungen zusammengetragen habe.
Der erste und am leichtesten zu übersehende Punkt ist, dass man immer die Stimmungsindikatoren und die tatsächlichen On-Chain-Daten getrennt betrachten muss. In der gerade gezeigten Grafik zeigt die soziale Stimmung eine bullische Tendenz, aber die Ethereum-Gasgebühren liegen nur bei 0,08 Gwei, und es gibt fast keine Aktivität auf der Chain. Diese Kombination aus Stimmung, die der realen Nachfrage vorausläuft, ist im B-Bereich sehr häufig. Meine Vorgehensweise ist, sobald ich eine deutliche Divergenz zwischen Stimmung und On-Chain-Aktivität feststelle, dies als ein Risikosignal und nicht als ein Einstiegssignal zu werten, denn Stimmung kann durch Hebelwirkung und Signalgeber erzeugt werden, On-Chain-Aktivität jedoch nicht.
Der zweite Punkt ist, dass man das offene Interesse an Perpetual Contracts unbedingt im Auge behalten muss. Je höher der Hebel im Markt, desto fragiler ist die Marktlage. Das bedeutet nicht, dass man bei hohem Hebel zwangsläufig gegen den Trend handeln muss, sondern man sollte sich bewusst sein, dass man sich in einem Umfeld befindet, in dem Longs durch Longs oder Shorts durch Shorts stark unter Druck geraten können. Positionen und Stop-Loss müssen entsprechend enger gesetzt werden. Meine persönliche Gewohnheit ist, bei ungewöhnlich hohem offenen Interesse bei Perpetual Contracts die Positionen auf weniger als die Hälfte der üblichen Größe zu reduzieren, selbst wenn der Markt gerade gut aussieht.
Der dritte Punkt betrifft die Einschätzung der Bitcoin-Marktdominanz. Wenn die Dominanz hoch ist, ist es riskant, blindlings voll in Altcoins zu investieren, da man im Grunde auf eine Rotation wettet, die noch nicht stattgefunden hat. Wenn der Altcoin-Saison-Index unter 70 liegt, gehe ich grundsätzlich nicht mit großen Positionen in Altcoins, weil historische Daten zeigen, dass man vor dem Start einer Rotation in Altcoins meistens das Risiko eingeht, die nächste Aufwärtsbewegung von Bitcoin zu finanzieren.
Der vierte und am meisten gegen die Intuition gerichtete Punkt ist, dass man die implizite Volatilität von Optionen niemals zur Richtungsbestimmung verwenden sollte. Die Volatilität zeigt nur, wie groß die erwartete Schwankungsbreite des Marktes ist, nicht aber, ob der Kurs steigen oder fallen wird. Die implizite Volatilität von Ethereum-Optionen ist deutlich höher als die von Bitcoin, was nur bedeutet, dass der Markt für Ethereum eine größere Preisspanne erwartet, aber nicht, ob es bullisch oder bärisch ist. Die Verwechslung dieser beiden Aspekte ist eine direkte Ursache für viele Liquidationen bei Anfängern.
Der letzte Punkt, der auch der Kern aller oben genannten Prinzipien ist: Kein einzelner Indikator darf als alleinige Handelsgrundlage dienen. Stimmungsindikatoren, On-Chain-Daten, Derivatepositionen und makroökonomische Liquidität müssen immer miteinander abgeglichen werden. Nur wenn sie alle in dieselbe Richtung weisen, ist das Signal ausreichend zuverlässig. Der B-Bereich ist ein Markt mit extrem viel Informationsrauschen. Entscheidend für das langfristige Überleben ist nie, den einen großen Ausbruch zu erwischen, sondern eine Disziplin zu haben, die es einem erlaubt, bei unsicheren Signalen weniger oder gar nicht zu handeln. $BTC
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